Von Zwiebelfischen, der Deutschen Sprache und einer unplanmäßigen Zugfahrt
by Maddin on Feb.07, 2010, under Bücher

"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod - Folge 4" (Quelle: amazon.de)
Hallo liebe Lesergemeinde,
dieses Wochenende habe ich mal wieder in meiner Heimat verbracht. Dazu wollte ich, wie immer, am Freitag mit einer Mitfahrgelegenheit nach der Arbeit nach Hause fahren. So zumindest der Plan. Die Mitfahrgelegenheit ist nie aufgetaucht und war via Handy auch nicht zu erreichen. Ein netter Kollege hat mich nach einem kurzen Blick auf den Bahnfahrplan mit zum Bahnhof genommen, damit ich nun von dort aus meine Heimreise antreten konnte. Natürlich war ich für eine Bahnfahrt nicht vorbereitet und hatte mein aktuelles Buch nicht dabei. Zum Glück gehören jedoch Buch- und Zeitschriftenverkaufsstellen mittlerweile zur Standardausstattung jedes Bahnhofs ab mittlerer Größe. So habe ich dort schnell geschaut, welches kleine Büchlein mich für die Fahrt beschäftigen könnte. Im Regal lachte mich die 2009 erschienene 4. Folge von Bastian Sicks Buchreihe “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ an…
Mit knapp 200 Seiten ist das Buch klein genug, um sofort verschlungen zu werden, aber auch umfangreich genug um mir mindestens die gesamte mehrstündige Zugfahrt Lesespaß zu bringen. So begab ich mich gleichzeitig mit dem Zug über Nürnberg nach Leipzig und doch auch in die Welt der deutschen Sprache und einiger paradox erscheinender Regeln, Sprachkonstrukte und regionaler Sprachbesonderheiten.
Ich persönlich versuche die deutsche Sprache korrekt anzuwenden, so gut es mir möglich ist. Doch in einigen Bereichen, die Bastian Sick in diesem Buch anspricht, geriet auch ich aufs sprachliche Glatteis. Jedoch muss ich auch sagen, dass es bei manchen Themen (z.B. dem korrekten Einsatz des Ersatzinfinitivs beim Perfekt oder die grammatikalisch korrekte Zusammenführung mehrerer Personalpronomen) sogar hilfreich ist, die genaue Regel zu erfahren, um sich grammatikalisch richtig auszudrücken. Natürlich gab es auch Punkte, bei denen man sich selbst ertappte, wie man sich seit Jahren grammatikalisch gesehen falsch ausgedrückt hat, aber dennoch von anderen richtig verstanden wurde.
Das gesamte Buch lässt sich gut lesen. Bastian Sick führt mit angemessenem Wortwitz und netten Wortspielen erneut durch den Irrgarten der deutschen Sprache. Dabei lässt er Leserbriefe, persönliche Erlebnisse und auch Pressemeldungen gekonnt einfließen und weist auf die Probleme mit der deutschen Sprache hin. Und nicht wenige Male entlockt die Beschreibung dem Leser ein Grinsen oder Lachen.
Ich habe jedenfalls meine Zugfahrt dank dieses Buchs als angenehm empfunden. Der kurzweilige Lesespaß trug dazu bei, dass die fast 4 Stunden Fahrt wie im Flug vergingen. Mit diesem paradox erscheinenden Satz möchte ich auch schon meinen Kurzbericht beenden…
Auf bald…
Maddin


February 11th, 2010 on 20:27
Oha, ich wusste garnicht, dass das eine Reihe ist. Ich bin zwar grade versorgt, was Bücher angeht, aber vielleicht sollte man da mal reinlesen…
February 26th, 2010 on 13:23
Jaja der Sebastian Sick, wo auf SPON auch immer wieder eine sehr gelungene Kollumne veröffentlicht, ist immer wieder lesenswert und besser, wie sich die Zeit auf der Zugfahrt schlafenderweise zu vertreiben, alle mal.
Ich bin mir meiner süddeutschen Grammatik durchaus bewusst! Da hat der gute Herr Sick übrigens auch schon drüber geschrieben^^
Gruß aus Ulm